PAT-Werte beim Pferd: Puls, Atmung und Temperatur richtig messen und deuten

15. Okt. 2026

Das Wichtigste auf einen Blick

Wenn ein Pferd nicht ganz fit wirkt, können drei Werte helfen, die Situation besser einzuschätzen. Hinter der Abkürzung PAT stehen Puls, Atmung und Temperatur, die wichtigsten Vitalwerte beim Pferd. Sie reagieren früh und zuverlässig auf Schmerz, Infektion und Kreislaufbelastung, oft lange bevor ein Pferd sichtbar krank ist. Wer sie regelmäßig erhebt, erkennt Veränderungen rechtzeitig und kann dem Tierarzt am Telefon präzise Angaben machen.

  • Was sind die PAT-Werte? Puls, Atmung und Temperatur, die drei Basiswerte jeder Gesundheitskontrolle am Pferd.
  • Normalwerte: Ein erwachsenes Pferd liegt in Ruhe bei 28 bis 40 Schlägen und 8 bis 16 Atemzügen pro Minute sowie bei 37,5 bis 38,2 Grad Celsius. Fohlen und Jungpferde haben deutlich höhere Werte.
  • Richtig messen: Die Körpertemperatur mit einem digitalen Thermometer am After messen, den Puls an der Unterkieferarterie oder mit dem Stethoskop hinter dem linken Ellenbogen, die Atmung durch ruhiges Beobachten der Flanke.
  • Individueller Ausgangswert: Entscheidend ist die Abweichung vom persönlichen Normalwert Ihres Pferdes. Das Ampel-Prinzip macht daraus eine klare Entscheidungshilfe.
  • Wann zum Tierarzt: Über 40 Grad Celsius, Ruhepuls über 60, Atemfrequenz über 30 in Ruhe oder auffällige Schleimhäute erfordern sofortiges Handeln.

Lesen Sie weiter, um die Normalwerte für Ihr Pferd sicher einzuordnen, jeden einzelnen Wert korrekt zu messen und zu erfahren, ab wann Sie den Tierarzt rufen sollten.

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Der Blick über die Boxentür wirkt anders als sonst, das Futter bleibt liegen, die Bewegung ist zäher. In solchen Momenten hilft es, wenn man weiß, worauf man achten sollte. Für einen vollständigen Gesundheitscheck brauchen Sie nur ein Thermometer, eine Uhr und ein paar ruhige Minuten am Pferd.

Was die PAT-Werte sind und warum sie so viel verraten

PAT steht für Puls, Atmung und Temperatur. Diese drei Parameter bilden den Kern der klinischen Allgemeinuntersuchung, und zwar aus einem einfachen Grund: Sie reagieren früh und sie reagieren zuverlässig. Schmerz, Infektion, Kreislaufbelastung oder Flüssigkeitsmangel schlagen sich unmittelbar in Herzfrequenz, Atemfrequenz oder Körpertemperatur nieder, oft bevor ein Pferd äußerlich krank wirkt.

Für Sie als Besitzer haben die Vitalwerte beim Pferd noch einen zweiten, sehr praktischen Nutzen. Wenn Sie in einer unklaren Situation beim Tierarzt anrufen, macht es einen erheblichen Unterschied, ob Sie sagen “meinem Pferd geht es nicht gut” oder “Puls 68, Atmung 32, Temperatur 39,4 Grad, seit heute Morgen”. Im zweiten Fall kann das tierärztliche Team die Dringlichkeit sofort einschätzen und den Besuch entsprechend priorisieren.

Wichtig ist dabei ein realistischer Blick auf das, was die Werte leisten können. Sie zeigen an, dass etwas passiert, aber nicht immer, was genau. Ein erhöhter Puls kann von Schmerz, Fieber, Aufregung oder Blutverlust kommen. Die Zahlen ersetzen also keine Diagnose, sie zeigen nur, dass etwas nicht stimmt.

Sie sind unsicher, wie Sie einen auffälligen Wert einordnen sollen? Die Tierärzte in den Altano-Kliniken helfen Ihnen bei der Einschätzung und sagen Ihnen, ob eine Untersuchung nötig ist. Finden Sie jetzt eine Klinik in Ihrer Nähe.

Normalwerte im Überblick: die PAT-Tabelle

Die folgende Tabelle fasst die Normalbereiche nach Alter zusammen. Alle Angaben gelten für ein ruhendes, entspanntes Pferd in gewohnter Umgebung bei gemäßigten Temperaturen.

Alter / TypPuls (Schläge/Min.)Atmung (Atemzüge/Min.)Temperatur (°C)
Neugeborenes Fohlen (erste Stunden)80 bis 12020 bis 4037,5 bis 38,9
Fohlen (bis 6 Monate)60 bis 8016 bis 3037,5 bis 38,9
Pferd28 bis 408 bis 1637,5 bis 38,2
Pony30 bis 4510 bis 1837,5 bis 38,2
Senior (ab ca. 20 Jahren)28 bis 448 bis 1837,5 bis 38,2

Einige Zahlen verdienen eine Einordnung. Der Ruhepuls eines trainierten Sportpferdes liegt häufig am unteren Rand oder sogar knapp darunter, Werte um 26 Schläge pro Minute sind dann kein Grund zur Sorge. Bei der Temperatur beginnt der Bereich der erhöhten Werte etwa ab 38,3 Grad, von Fieber spricht man ab 39,0 Grad, und ab 40,0 Grad gehört das Pferd in tierärztliche Hand. Wie Sie in einem solchen Fall vorgehen, lesen Sie ausführlich in unserem Ratgeber zu Fieber beim Pferd.

Ponys und sehr kleine Rassen liegen beim Puls tendenziell etwas höher als große Warmblüter. Das ist normal und hat mit der Körpergröße zu tun.

Sie möchten die Werte Ihres Pferdes einmal fachlich überprüfen lassen? Im Rahmen einer Allgemeinuntersuchung ordnet das tierärztliche Team diese und weitere Werte für Ihr Pferd ein. Jetzt eine Klinik in Ihrer Nähe finden.

Die Körpertemperatur richtig messen

Die Temperatur ist der am einfachsten zu erfassende und zugleich aussagekräftigste der drei Werte. Gemessen wird ausschließlich rektal (am After), denn Messungen an Ohr oder Haut sind beim Pferd zu ungenau, um eine Entscheidung darauf zu stützen.

So gehen Sie sicher und sauber vor:

  • Verwenden Sie ein digitales Fieberthermometer mit flexibler Spitze und sichern Sie es mit einer Schnur und Klammer am Schweifhaar, damit es nicht verloren geht.
  • Reinigen Sie die Spitze und tragen Sie etwas Gleitgel oder Vaseline auf.
  • Stellen Sie sich seitlich neben die Hinterhand, niemals direkt dahinter, und sprechen Sie Ihr Pferd vorher an.
  • Heben Sie den Schweif zur Seite und führen Sie das Thermometer etwa fünf bis acht Zentimeter ein.
  • Halten Sie es leicht schräg gegen die Darmwand, nicht frei in die Darmmitte. Nur so entsteht ein verlässlicher Wert.
  • Warten Sie das Signalgeräusch ab, meist nach 30 bis 60 Sekunden.
  • Notieren Sie Wert, Datum und Uhrzeit, reinigen und desinfizieren Sie das Thermometer anschließend.

Messen Sie möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Die Körpertemperatur schwankt im Tagesverlauf um bis zu einem halben Grad und ist abends in der Regel höher als morgens. Auch Sonne, schwere Arbeit, Transport oder eine ausgiebige Wälzeinheit können den Wert vorübergehend anheben. Wenn Sie eine erhöhte Temperatur messen, lassen Sie das Pferd eine halbe Stunde ruhig stehen und messen Sie erneut.

Ihr Pferd zeigt seit mehr als 24 Stunden eine erhöhte Temperatur? Dann sollte die Ursache abgeklärt werden, bevor sich das Allgemeinbefinden verschlechtert. Eine Klinik in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Den Puls messen: zwei Wege, die beide funktionieren

Für viele Pferdebesitzer ist der Puls der Wert, der am meisten Übung verlangt. Das lohnt sich, denn die Herzfrequenz reagiert besonders schnell auf Schmerz und Kreislaufbelastung. Bei einer Kolik etwa gilt der Puls als einer der wichtigsten Hinweise auf den Schweregrad. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag zu Kolik beim Pferd.

Am Kopf tasten Sie die Arterie an der Innenseite des Unterkieferastes. Legen Sie zwei bis drei Finger flach an, niemals den Daumen, und schieben Sie sie langsam an der Knochenkante entlang, bis Sie einen strangartigen Puls spüren. Zählen Sie 15 Sekunden und multiplizieren Sie mit vier. Bei unregelmäßigem Rhythmus zählen Sie besser eine volle Minute.

Mit einem einfachen Stethoskop geht es oft leichter. Setzen Sie es links hinter dem Ellenbogen im unteren Drittel des Brustkorbs an. Jeder Herzschlag klingt als Doppelton, den Sie als einen Schlag zählen. Ein Stethoskop kostet wenig, gehört in jede Stallapotheke und macht das Zählen für Ungeübte deutlich einfacher.

Ein erhöhter Ruhepuls über 48 Schlägen pro Minute ohne erkennbaren Anlass ist immer ein ernstzunehmender Hinweis. Umgekehrt gilt: Aufregung, Fliegen, ein fremder Mensch im Stall oder das Rascheln der Futtertonne treiben den Puls binnen Sekunden nach oben. Messen Sie deshalb erst, wenn Ihr Pferd wirklich zur Ruhe gekommen ist.

Sie kommen beim Pulsmessen nicht sicher zurecht? Lassen Sie sich die Technik beim nächsten Termin in Ruhe zeigen, das dauert nur wenige Minuten. Hier finden Sie eine Altano-Klinik in Ihrer Nähe.

Die Atmung beurteilen: Frequenz, Tiefe und Aufwand

Die Atemfrequenz messen Sie am besten, ohne Ihr Pferd zu berühren. Stellen Sie sich etwas seitlich und schräg hinter das Pferd, sodass Sie die Flanke gut im Blick haben, und zählen Sie die Hebungen der Bauchwand. Eine Ein- und Ausatmung zusammen ergibt einen Atemzug. Zählen Sie 30 Sekunden und verdoppeln Sie den Wert. Bei kalten Temperaturen können Sie zusätzlich den Atemhauch an den Nüstern beobachten.

Genauso wichtig wie die Zahl der Atemzüge pro Minute ist die Art der Atmung. Achten Sie darauf, ob die Bauchmuskulatur sichtbar mitarbeitet, ob sich am Bauchrand eine sogenannte Dampfrinne abzeichnet, ob die Nüstern beim Einatmen weit aufgehen oder ob die Ausatmung deutlich länger dauert als die Einatmung. Solche Zeichen sprechen für erschwerte Atmung, auch wenn die Frequenz noch im Normbereich liegt.

Steigt die Atemfrequenz dauerhaft über 20 Atemzüge pro Minute, ohne dass Hitze, Arbeit oder Aufregung eine Erklärung liefern, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Atemwege. Häufige Ursachen und ihre Einordnung beschreiben wir im Ratgeber Wenn das Pferd hustet, chronische Verläufe im Beitrag zum Equinen Asthma.

Der individuelle Ausgangswert: das Ampel-Prinzip

Normalwerte aus der Tabelle sind ein Rahmen, kein Maßstab für das einzelne Pferd. Ein Wert von 40 Schlägen pro Minute ist bei einem Pferd, das sonst bei 30 liegt, deutlich auffälliger als bei einem Pony, das gewöhnlich 42 zeigt. Deshalb ist der wichtigste Schritt der einfachste: Messen Sie die Werte Ihres Pferdes ein paar Mal, wenn es ihm gut geht.

Am besten notieren Sie über zwei Wochen hinweg jeweils morgens und abends alle drei Werte. Daraus ergibt sich Ihr persönlicher Ausgangswert, den Sie im Stall an die Wand hängen oder in der Handy-Notiz speichern können. Von dort aus lässt sich mit einem einfachen Ampel-Prinzip arbeiten.

  • Grün bedeutet: Die Werte liegen im gewohnten Bereich Ihres Pferdes, das Allgemeinbefinden ist unauffällig. Sie beobachten normal weiter.
  • Gelb bedeutet: Ein Wert weicht spürbar ab, etwa der Puls um zehn Schläge oder die Temperatur um ein halbes Grad. Sie messen in zwei bis vier Stunden erneut, notieren den Verlauf und beobachten Fressverhalten, Kotabsatz und Bewegung genau.
  • Rot bedeutet: Ein Wert liegt weit außerhalb, mehrere Werte sind gleichzeitig auffällig oder das Allgemeinbefinden ist deutlich gestört. In dieser Situation sollten Sie einen Tierarzt kontaktieren. 

Der große Vorteil dieser Systematik liegt darin, dass sie Ihnen die Entscheidung abnimmt, ob Sie sich gerade zu viele Sorgen machen. Die Zahlen entscheiden, nicht das Bauchgefühl.

Sie möchten für Ihr Pferd feste Kontrollwerte festlegen? Das tierärztliche Team der Altano-Kliniken hilft Ihnen dabei, sinnvolle Schwellen für Ihr Pferd zu definieren. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin.

Typische Messfehler und wie Sie sie vermeiden

Verlässliche Werte sind die Grundlage für gute Entscheidungen. Damit die Messung aussagekräftig ist, sollten diese häufigen Fehler vermieden werden: 

  • Das Thermometer steckt im Kotballen statt an der Darmwand. Das Ergebnis ist zu niedrig. Halten Sie es schräg gegen die Wand und wiederholen Sie die Messung bei unplausiblen Werten.
  • Gemessen wird direkt nach der Arbeit, nach dem Verladen oder nach dem Koppelgang. Warten Sie mindestens 30 Minuten, bei intensiver Belastung eine Stunde.
  • Der Puls wird mit dem Daumen getastet. Der eigene Daumenpuls überlagert dann den des Pferdes.
  • Die Atmung wird gezählt, während das Pferd schnuppert, kaut oder wiehert. Warten Sie einen ruhigen Moment ab.
  • Gemessen wird an einem sehr heißen Sommertag in der prallen Sonne. Hitze hebt Puls, Atmung und Temperatur gleichermaßen an.
  • Die Werte werden nicht notiert. Der Verlauf über mehrere Stunden ist oft aussagekräftiger als der Einzelwert.

Sie sind sich bei der Technik nicht sicher? Lassen Sie sich Messung und Bewertung beim nächsten Routinetermin in Ruhe zeigen. Hier finden Sie eine Altano-Klinik in Ihrer Nähe.

Mehr als PAT: vier weitere Handgriffe für den Gesundheitscheck

Wer die drei Grundwerte sicher erhebt, kann den Check mit wenigen zusätzlichen Beobachtungen erheblich aufwerten. Diese vier Punkte gehören zur klinischen Untersuchung dazu und lassen sich ohne Hilfsmittel prüfen.

Die Schleimhäute beurteilen Sie am Zahnfleisch über den oberen Schneidezähnen. Sie sollten blassrosa und feucht sein. Blasse, gerötete, bläuliche oder gelbliche Schleimhäute sind immer ein Grund, tierärztlichen Rat einzuholen.

Die kapilläre Füllungszeit prüfen Sie direkt im Anschluss. Drücken Sie mit dem Daumen kurz auf das Zahnfleisch, bis die Stelle weiß wird, und zählen Sie, wie lange es dauert, bis die Farbe zurückkehrt. Zwei Sekunden oder weniger gelten als normal, längere Zeiten sprechen für eine Kreislaufbelastung.

Die Darmgeräusche hören Sie mit dem Stethoskop oder dem angelegten Ohr in beiden Flanken ab, jeweils oben und unten. Ein gesundes Pferd gluckert und rumort deutlich hörbar. Auffällig sind sowohl völlige Stille als auch stark vermehrte, spritzende Geräusche.

Den Hufpuls tasten Sie seitlich an der Fesselbeuge über der Zehe. Normalerweise ist er kaum zu spüren. Ein deutlich pochender Hufpuls an einem oder mehreren Hufen weist auf eine Entzündung im Huf hin, etwa bei einem Hufgeschwür oder bei Hufrehe. Schwellungen an mehreren Beinen ordnen Sie mit unserem Ratgeber zu angelaufenen Beinen ein.

Sie haben bei einer dieser Kontrollen etwas Auffälliges gefunden? Lassen Sie den Befund lieber einmal zu früh als einmal zu spät abklären. Hier finden Sie eine Altano-Klinik in Ihrer Nähe.

Wann Sie den Tierarzt rufen sollten

Manche Werte erlauben kein Abwarten. Rufen Sie sofort an, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:

  • Temperatur über 40,0 Grad Celsius oder unter 36,5 Grad Celsius
  • Ruhepuls dauerhaft über 60 Schlägen pro Minute ohne erkennbare Ursache
  • Atemfrequenz über 30 Atemzügen pro Minute in Ruhe oder sichtbar angestrengte Atmung
  • Blasse, blaue, gerötete oder gelbliche Schleimhäute
  • Kapilläre Füllungszeit über drei Sekunden (Das Zahnfleisch bleibt nach kurzem Druck länger als drei Sekunden blass, bevor es sich wieder rosa färbt.) 
  • Fehlende Darmgeräusche in Verbindung mit Unruhe, Scharren oder Wälzen
  • Jedes Fieber bei einem Fohlen, bei einer tragenden Stute oder bei einem sehr alten Pferd

Eine tierärztliche Kontrolle innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage ist sinnvoll, wenn eine erhöhte Temperatur länger als 24 Stunden anhält, wenn der Ruhepuls wiederholt über dem gewohnten Bereich liegt, wenn die Atmung dauerhaft leicht erhöht ist oder wenn ein Wert immer wieder auffällt, ohne dass eine Erklärung dafür zu finden ist.

Wenn Sie anrufen, halten Sie am besten alle drei Werte mit Uhrzeit bereit, dazu Angaben zu Futter- und Wasseraufnahme, letztem Kotabsatz, Verhalten und eventuellen Vorerkrankungen. Diese Informationen sparen im Ernstfall wertvolle Zeit.

Ein Wert liegt im roten Bereich? Die Altano-Kliniken sind rund um die Uhr für Notfälle erreichbar. Finden Sie jetzt eine Klinik in Ihrer Nähe.

Wie oft sollten Sie messen?

Bei einem gesunden Pferd genügt es, die Werte etwa einmal im Monat zu erheben, einfach um in Übung zu bleiben und den eigenen Ausgangswert zu bestätigen. Häufiger messen sollten Sie in besonderen Situationen: nach dem Turnier oder einem längeren Transport, bei einem neuen Pferd im Bestand, während einer Infektionswelle im Stall, in den Tagen nach einer Impfung, bei Verdacht auf die Aufnahme von Giftpflanzen, bei Pferden mit chronischen Vorerkrankungen und immer dann, wenn Ihnen etwas seltsam vorkommt.

Erkrankte Pferde werden je nach Situation zwei- bis dreimal täglich kontrolliert, am besten immer zur gleichen Uhrzeit und mit schriftlicher Dokumentation. Gerade bei Infektionen im Bestand hilft es zusätzlich, auch die Nachbarpferde regelmäßig zu messen, denn Fieber tritt oft auf, bevor das erste Pferd hustet.

Eine kleine Ausrüstung reicht dafür völlig aus: ein digitales Fieberthermometer mit Schnur, ein einfaches Stethoskop, Gleitgel, eine Uhr mit Sekundenanzeige und ein Notizzettel oder eine Notiz im Handy. 

Fazit: Drei Zahlen, die im Ernstfall den Unterschied machen

Die PAT-Werte sind das einfachste und zugleich wirksamste Werkzeug, das Pferdebesitzer zur Gesundheitsüberwachung haben. Puls, Atmung und Temperatur lassen sich in wenigen Minuten erheben, brauchen kaum Ausrüstung und liefern trotzdem eine belastbare Einschätzung.

Lernen Sie die Normalwerte Ihres eigenen Pferdes im gesunden Zustand kennen, denn erst dieser persönliche Ausgangswert macht Abweichungen wirklich sichtbar. Messen Sie immer am ruhigen, unbelasteten Pferd und notieren Sie die Werte mit Uhrzeit. Ergänzen Sie den Check um Schleimhäute, kapilläre Füllungszeit, Darmgeräusche und Hufpuls, dann haben Sie ein vollständiges Bild. Und rufen Sie im Zweifel lieber einmal zu früh an, mit konkreten Zahlen statt mit einem vagen Gefühl.

Wer diese Routine einmal verinnerlicht hat, erkennt Erkrankungen früher, entscheidet ruhiger und verschafft dem tierärztlichen Team im Ernstfall einen entscheidenden Vorsprung.

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