Strahlfäule beim Pferd: Vom Anfangsstadium zur erfolgreichen Behandlung und Vorbeugung

27. Aug. 2026

Das Wichtigste auf einen Blick

Strahlfäule beim Pferd ist eine Erkrankung des Hufstrahls, bei der das Strahlhorn zunehmend weich und brüchig wird. Ein unangenehmer, fauliger Geruch, dunkles Sekret und tiefe Strahlfurchen gehören zu den typischen Anzeichen. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, kann sie bis in empfindliche Gewebeschichten vordringen und Schmerzen verursachen.

Feuchtigkeit und mangelnde Hufhygiene können die Entstehung begünstigen, sind jedoch nicht die einzigen Ursachen. Auch tiefe Strahlfurchen, enge Trachten, eine ungünstige Hufform, Bewegungsmangel oder eine unzureichende Hufbearbeitung können eine Rolle spielen.

  • Im Anfangsstadium beginnt Strahlfäule häufig unauffällig in der mittleren Strahlfurche.
  • Typische Symptome sind ein fauliger Geruch, schwarzes bis dunkelgraues Sekret und weiches, zerfallendes Strahlhorn.
  • Eine fachgerechte Hufbearbeitung, tägliche Reinigung und trockene Haltungsbedingungen bilden die Grundlage der Behandlung.
  • Aggressive oder stark ätzende Hausmittel können gesundes Gewebe schädigen und sollten nicht eigenmächtig angewendet werden.
  • Bei Schmerzen, Blutungen, Schwellungen oder sehr tiefen Strahlfurchen sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden.

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Strahlfäule erkennen, welche Symptome bereits im Anfangsstadium auftreten können, was gegen Strahlfäule hilft und wie Sie die Hufe Ihres Pferdes langfristig schützen können.

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Beim täglichen Auskratzen der Hufe fällt Strahlfäule beim Pferd häufig zuerst durch ihren charakteristischen Geruch auf. Was zunächst wie etwas festsitzender Schmutz wirkt, kann sich bei genauerem Hinsehen als weiches, dunkel verfärbtes Strahlhorn herausstellen. Früh erkannt lässt sich die Erkrankung meist gut behandeln. Entscheidend ist jedoch, nicht nur das veränderte Horn zu versorgen, sondern auch die Faktoren zu beheben, die zur Entstehung beigetragen haben.

Was ist Strahlfäule beim Pferd?

Der Strahl ist der keilförmige, elastische Bereich auf der Unterseite des Hufes. Er liegt zwischen den beiden seitlichen Strahlfurchen und wird in der Mitte durch die mittlere Strahlfurche geteilt. Gemeinsam mit den Hufballen und weiteren Strukturen im hinteren Hufbereich trägt er dazu bei, Belastungen abzufedern und den Hufmechanismus zu unterstützen.

Bei Strahlfäule wird das Horn dieses Bereichs nach und nach zersetzt. Tiermedizinisch handelt es sich um eine degenerative, hornauflösende Erkrankung. Sauerstoffarm lebende, sogenannte anaerobe Bakterien spielen dabei vermutlich eine wichtige Rolle. Ein einzelner Erreger, der für alle Fälle verantwortlich ist, konnte bislang jedoch nicht eindeutig bestimmt werden.

Die Veränderungen beginnen häufig in der mittleren Strahlfurche und können sich anschließend auf die seitlichen Strahlfurchen sowie größere Teile des Hufstrahls ausbreiten. Zunächst sind meist nur oberflächliche Hornschichten betroffen. Schreitet die Erkrankung weiter fort, kann sie tiefere und empfindliche Gewebebereiche erreichen. Erst dann treten häufig deutliche Schmerzen auf. Strahlfäule kann einen einzelnen Huf, mehrere Hufe oder alle vier Hufe gleichzeitig betreffen.

Wichtig ist: Strahlfäule bedeutet nicht automatisch, dass ein Pferd schlecht gepflegt oder unsauber gehalten wird. Die Erkrankung kann auch bei regelmäßig gepflegten Pferden in sauberen und trockenen Ställen auftreten. In diesen Fällen sollten vor allem die Hufform, die Tiefe der Strahlfurchen und die Funktion des hinteren Hufbereichs genauer betrachtet werden.

Strahlfäule im Anfangsstadium erkennen

Strahlfäule entwickelt sich häufig schleichend. Im Anfangsstadium sind die Veränderungen deshalb nicht immer sofort eindeutig zu erkennen. Viele Pferde zeigen zu diesem Zeitpunkt noch keine Schmerzen. Umso wichtiger ist es, beim täglichen Auskratzen nicht nur groben Schmutz zu entfernen, sondern den Hufstrahl genau zu betrachten.

Ein erstes Anzeichen kann eine zunehmend tiefe und enge mittlere Strahlfurche sein. Das Horn fühlt sich möglicherweise etwas weicher an als gewöhnlich oder lässt sich leichter mit dem Hufkratzer lösen. Teilweise entsteht bereits ein leicht unangenehmer Geruch, obwohl noch kein deutlich sichtbares Sekret vorhanden ist.

Auch kleine schwarze oder dunkelgraue Bereiche in den Strahlfurchen können auf eine beginnende Veränderung hinweisen. Allerdings ist nicht jede dunkle Stelle automatisch krankhaft. Erde, Mist und natürliche Hornbestandteile können ähnlich aussehen. Verdächtig wird die Veränderung vor allem dann, wenn sie mit einem auffälligen Geruch, einer weichen Hornstruktur oder einer zunehmenden Vertiefung der Strahlfurche einhergeht.

Wird Strahlfäule im Anfangsstadium erkannt, lässt sie sich meist leichter behandeln. Das erkrankte Horn ist zu diesem Zeitpunkt häufig noch oberflächlich begrenzt und empfindliche Gewebeschichten sind noch nicht betroffen. Dennoch sollte auch eine frühe Veränderung ernst genommen werden, da sich die Erkrankung ohne passende Pflege weiter ausbreiten kann.

Ursachen: Warum entsteht Strahlfäule?

Strahlfäule entwickelt sich meist nicht durch einen einzelnen Auslöser. Häufig kommen mehrere Faktoren zusammen, die verhindern, dass die Strahlfurchen ausreichend belüftet und auf natürliche Weise gereinigt werden.

Feuchte, verschmutzte und sauerstoffarme Bereiche bieten Bakterien günstige Bedingungen. Bleiben Mist, nasse Einstreu, Schlamm oder Erde über längere Zeit in tiefen Strahlfurchen stecken, entsteht dort ein feuchtes Milieu mit wenig Sauerstoff. Das Strahlhorn weicht auf, seine natürliche Schutzfunktion nimmt ab und Mikroorganismen können sich leichter vermehren. Dauerhaft nasse und matschige Böden belasten jedoch nicht nur die Hufe: Sie können auch die Haut in der Fesselbeuge aufweichen und dadurch die Entstehung von Mauke begünstigen. Wie Sie erste Anzeichen erkennen und richtig reagieren, erfahren Sie in unserem Artikel über die Früherkennung und Behandlung von Mauke beim Pferd

Neben den Haltungsbedingungen können anatomische und mechanische Faktoren eine ebenso wichtige Rolle spielen. Pferde mit sehr tiefen, engen Strahlfurchen oder zusammengezogenen Trachten sind häufiger betroffen. In solchen Hufen bleiben Schmutz und Feuchtigkeit leichter eingeschlossen. Gleichzeitig kann sich der hintere Hufbereich bei Belastung möglicherweise nicht ausreichend weiten, wodurch die natürliche Selbstreinigung beeinträchtigt wird.

Auch Bewegungsmangel wird als möglicher Risikofaktor diskutiert. Bei regelmäßiger Bewegung auf geeignetem Untergrund wird der Hufmechanismus aktiviert und angesammeltes Material kann leichter aus den Strahlfurchen herausgedrückt werden. Steht ein Pferd dagegen über lange Zeit auf feuchtem Untergrund, ohne sich ausreichend zu bewegen, bleiben die Furchen eher verschlossen und schlecht belüftet.

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beurteilt den Hufzustand ganzheitlich und berücksichtigt dabei auch die Haltungsbedingungen und die bisherige Hufbearbeitung.

Zu den häufigsten begünstigenden Faktoren gehören daher:

  • dauerhaft feuchte, matschige oder mit Mist verunreinigte Böden
  • nasse oder selten gewechselte Einstreu
  • tiefe und enge Strahlfurchen
  • zusammengezogene oder untergeschobene Trachten
  • unregelmäßige oder nicht passende Hufbearbeitung
  • zu wenig Bewegung und fehlender Bodenkontakt des Strahls
  • Hohlräume und loses Horn, unter denen sich Schmutz festsetzt

Feuchte Haltungsbedingungen können neben Strahlfäule weitere Erkrankungen des Hufhorns begünstigen. Wie sich verschiedene Veränderungen unterscheiden, erfahren Sie im Beitrag über das frühzeitige Erkennen von Hufpilz und anderen Hufinfektionen.

Strahlfäule beim Pferd: Diese Symptome sind typisch

Das auffälligste Anzeichen ist meist der intensive, unangenehme Fäulnisgeruch. Häufig bemerken Pferdebesitzer ihn bereits beim Anheben oder Auskratzen des Hufes. Gleichzeitig kann sich in den Strahlfurchen eine schwarze, dunkelgraue oder schmierige Masse bilden.

Das betroffene Strahlhorn verliert seine feste, elastische Struktur. Es fühlt sich weich, schwammig oder schmierig an und kann sich in kleinen Fetzen ablösen. Die Oberfläche wirkt teilweise zerklüftet und unregelmäßig. Besonders die mittlere Strahlfurche kann sich zu einem schmalen, tiefen Spalt entwickeln, der sich zwischen den Hufballen fortsetzt.

Typische Symptome einer Strahlfäule sind:

  • starker, fauliger Geruch aus dem Huf
  • schwarzes, dunkelgraues oder ölig wirkendes Sekret
  • weiches, schmieriges oder bröckelndes Strahlhorn
  • tiefe seitliche oder mittlere Strahlfurchen
  • lose Hornteile und unregelmäßige Strahloberflächen

empfindliche Reaktionen/ Schmerzen beim Auskratzen oder bei Druck

Nicht jedes dunkle Material im Huf bedeutet automatisch, dass Strahlfäule vorliegt. Erde, Mist und natürliche Hornbestandteile können ebenfalls dunkel erscheinen. Entscheidend ist die Kombination aus auffälligem Geruch, veränderter Hornstruktur, Sekret und zunehmender Tiefe der Strahlfurchen.

Solange nur oberflächliches Horn betroffen ist, zeigen viele Pferde keine Schmerzen. Schmerzen entstehen häufig erst, wenn die Fäulnis tiefere, empfindliche Schichten erreicht. Ein fehlender Schmerz ist deshalb kein Grund, die Veränderung zu ignorieren.

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Diagnose und Abgrenzung zu anderen Huferkrankungen

In vielen Fällen lässt sich Strahlfäule anhand des typischen Geruchs und des veränderten Strahlhorns erkennen. Für die genaue Beurteilung muss der Huf jedoch gründlich gereinigt werden. Anschließend kann kontrolliert werden, wie tief die Veränderungen reichen und ob nur abgestorbenes Horn oder bereits empfindliches Gewebe betroffen ist.

Dabei arbeiten Tierarzt und Hufschmied häufig eng zusammen. Der Hufschmied kann die Hufform, die Trachten und die Tiefe der Strahlfurchen beurteilen. Der Tierarzt klärt ab, ob Schmerzen, Entzündungen oder Veränderungen tieferer Strukturen vorliegen und welche lokale Behandlung geeignet ist.

Besonders wichtig ist die Abgrenzung zum Hufkrebs. Während Strahlfäule das vorhandene Horn zunehmend zersetzt, ist Hufkrebs eher durch wucherndes, feuchtes und leicht blutendes Gewebe gekennzeichnet. Die Erkrankung kann ebenfalls unangenehm riechen und wird deshalb im Anfangsstadium gelegentlich mit Strahlfäule verwechselt.

Reagiert eine vermeintliche Strahlfäule nicht auf die Behandlung, bildet sich auffälliges Gewebe oder treten wiederholt Blutungen auf, sollte die Diagnose tierärztlich überprüft werden. Weitere Informationen zur Abgrenzung und Behandlung finden Sie im Beitrag über Hufkrebs beim Pferd.

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Was hilft gegen Strahlfäule?

Um Strahlfäule erfolgreich zu behandeln, sollten Sie sich nicht ausschließlich auf ein einzelnes Präparat verlassen. Die Behandlung verfolgt drei zentrale Ziele: Erkranktes und loses Horn muss entfernt, das betroffene Gewebe muss sauber gehalten und die auslösenden Bedingungen müssen verbessert werden. Nur ein Mittel auf den verschmutzten Huf aufzutragen, reicht in der Regel nicht aus.

Zunächst wird der Huf sorgfältig gereinigt. Dabei sollten Mist, Schlamm, Einstreu und loses Material aus den Strahlfurchen entfernt werden. Sehr tiefe oder schmerzhafte Bereiche dürfen jedoch nicht gewaltsam mit dem Hufkratzer bearbeitet werden. Besteht Unsicherheit darüber, wie weit die Veränderungen reichen, sollte der Huf von einem Tierarzt oder Hufschmied untersucht werden.

Anschließend entfernt ein Hufschmied oder Tierarzt loses, unterhöhltes und bereits abgestorbenes Strahlhorn. Das sorgt dafür, dass tiefer gelegene Bereiche zugänglich werden, sich weniger Schmutz ansammelt und geeignete Präparate die betroffene Stelle erreichen können. Gesundes und tragfähiges Strahlhorn sollte dabei möglichst erhalten bleiben.

Welche Maßnahmen geeignet sind, um Strahlfäule zu behandeln, hängt davon ab, wie tief die Erkrankung bereits in das Strahlhorn vorgedrungen ist. Zum Einsatz kommen unter anderem desinfizierende, trocknende oder hornfestigende Präparate. Bei tiefen Spalten kann es notwendig sein, ein medizinisch behandeltes, luftdurchlässiges Verbandsmaterial so einzubringen, dass das Präparat den erkrankten Bereich erreicht. Dies sollte nach tierärztlicher oder fachlicher Anweisung erfolgen.

Wer Strahlfäule nachhaltig behandeln möchte, muss parallel zur lokalen Versorgung dafür sorgen, dass der Huf möglichst sauber und trocken bleibt. Dazu gehören eine trockene Einstreu, regelmäßiges Ausmisten und trockene Standflächen auf Paddock oder Auslauf. Ein Pferd muss während der Behandlung nicht dauerhaft in der Box bleiben. Bewegung auf sauberem, geeignetem Untergrund kann den Hufmechanismus unterstützen, sofern das Pferd schmerzfrei läuft.

Auch die Hufbearbeitung muss an die individuelle Hufform angepasst werden. Bei engen Trachten, tiefen Furchen oder einer ungünstigen Balance reicht die Behandlung des befallenen Horns allein häufig nicht aus. Bleibt die Ursache bestehen, kann die Strahlfäule nach kurzer Zeit erneut auftreten.

Hausmittel gegen Strahlfäule beim Pferd: Was ist sinnvoll?

Viele Pferdebesitzer suchen zunächst nach einem Hausmittel gegen Strahlfäule. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten. Nicht jedes Mittel, das Bakterien abtötet oder Feuchtigkeit entzieht, ist automatisch für die Anwendung am Huf geeignet.

Besonders stark ätzende, hoch konzentrierte oder reizende Substanzen können nicht nur erkranktes Horn, sondern auch gesundes, neu gebildetes Gewebe schädigen. Gelangen sie in eine tiefe Strahlfurche oder an bereits empfindliche Bereiche, können Schmerzen, Reizungen oder eine verzögerte Heilung die Folge sein.

Sinnvolle Maßnahmen, die Pferdebesitzer selbst unterstützen können, sind vor allem das gründliche Reinigen der Hufe, saubere und trockene Haltungsbedingungen sowie die konsequente Umsetzung des empfohlenen Behandlungsplans. Diese Maßnahmen ersetzen jedoch nicht die fachgerechte Entfernung von losem Horn und die Beurteilung der zugrunde liegenden Hufform.

Welches Präparat für den einzelnen Huf geeignet ist, sollte im Zweifelsfall mit dem Tierarzt oder Hufschmied abgestimmt werden. Das gilt besonders, wenn die Strahlfurche sehr tief ist, das Pferd empfindlich reagiert oder die Strahlfäule trotz Behandlung immer wiederkehrt.

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Wie lange dauert es, bis Strahlfäule abgeheilt ist?

Wie schnell Strahlfäule abheilt, hängt vor allem von ihrer Tiefe und den zugrunde liegenden Ursachen ab. Oberflächliche Veränderungen können sich bei konsequenter Pflege innerhalb weniger Wochen deutlich bessern. Bis zerstörtes Strahlhorn vollständig durch gesundes Horn ersetzt wurde, kann jedoch mehr Zeit vergehen. Je früher Sie die Strahlfäule behandeln und gleichzeitig die begünstigenden Ursachen beheben, desto besser kann sich gesundes Strahlhorn nachbilden.

Bei tiefen Strahlfurchen, ungünstiger Hufform oder stark geschädigtem Gewebe dauert die Behandlung häufig länger. Auch wenn Geruch und Sekret bereits verschwunden sind, sollte die Hufpflege fortgesetzt und das nachwachsende Horn regelmäßig kontrolliert werden.

Die Prognose ist bei einer frühzeitigen und passenden Behandlung in der Regel gut. Rückfälle treten allerdings häufiger auf, wenn tiefe Strahlfurchen, enge Trachten oder dauerhaft feuchte Haltungsbedingungen bestehen bleiben.

Darf man ein Pferd mit Strahlfäule reiten?

Ob ein betroffenes Pferd geritten werden kann, hängt vom Ausmaß der Erkrankung ab. Bei einer oberflächlichen Strahlfäule ohne Schmerzen muss Bewegung nicht grundsätzlich vermieden werden. Kontrollierte Bewegung auf sauberem und geeignetem Boden kann dazu beitragen, den Hufmechanismus anzuregen.

Das Training sollte jedoch nicht über tiefe, matschige oder stark verschmutzte Böden führen. Nach der Bewegung müssen die Hufe erneut kontrolliert, gereinigt und je nach Behandlungsplan versorgt werden.

Reagiert das Pferd beim Auskratzen empfindlich, tritt es vorsichtig auf oder zeigt es Schmerzen, sollte es nicht geritten werden. In diesem Fall muss zunächst geklärt werden, wie tief die Erkrankung reicht. Schmerzen können darauf hinweisen, dass bereits empfindliche Gewebeschichten beteiligt sind. Die weitere Bewegung sollte dann mit dem Tierarzt abgestimmt werden.

Strahlfäule beim Pferd vorbeugen: Gesunde Hufe beginnen im Alltag

Eine vollständige Vorbeugung ist nicht in jedem Fall möglich, da auch Hufform und individuelle Veranlagung eine Rolle spielen. Mit einer konsequenten Hufpflege und geeigneten Haltungsbedingungen lässt sich das Risiko jedoch deutlich senken.

Kontrollieren und reinigen Sie die Hufe täglich. In feuchten Jahreszeiten oder bei matschigen Ausläufen kann eine zusätzliche Kontrolle nach dem Weidegang oder der Bewegung sinnvoll sein. Entfernen Sie Mist, Einstreu und kleine Steine sorgfältig aus den Strahlfurchen, ohne tief in empfindliche Bereiche hineinzustechen.

Achten Sie außerdem auf folgende Maßnahmen:

  • Sorgen Sie für saubere, trockene und saugfähige Einstreu.
  • Misten Sie stark verschmutzte Bereiche regelmäßig aus.
  • Schaffen Sie auf Paddocks und Ausläufen trockene Standflächen.
  • Lassen Sie die Hufe in individuell passenden Abständen bearbeiten.
  • Kontrollieren Sie besonders tiefe mittlere und seitliche Strahlfurchen.
  • Sorgen Sie für regelmäßige, dem Gesundheitszustand angepasste Bewegung.
  • Beobachten Sie nicht nur den Geruch, sondern auch Festigkeit und Form des Strahls.
  • Lassen Sie wiederkehrende Probleme fachlich beurteilen.

Besonders bei Pferden mit engen Trachten oder tiefen Strahlfurchen lohnt es sich, die Hufe gemeinsam mit dem Hufschmied regelmäßig zu beurteilen. Ziel ist nicht nur, loses Horn zu entfernen, sondern eine langfristig funktionelle Hufform zu fördern. Gute Hufpflege besteht deshalb aus dem Zusammenspiel von täglicher Kontrolle, passenden Haltungsbedingungen, Bewegung und professioneller Bearbeitung.

Fazit: Strahlfäule früh erkennen, behandeln und vorbeugen

Strahlfäule beim Pferd beginnt häufig unauffällig. Bereits im Anfangsstadium können eine tiefer werdende mittlere Strahlfurche, weicheres Horn und ein erster unangenehmer Geruch auf die Erkrankung hinweisen. Später kommen häufig dunkles Sekret und zerfallendes Strahlhorn hinzu.

Wer Strahlfäule behandeln möchte, sollte sich nicht allein auf ein Strahlfäulemittel oder Hausmittel verlassen. Der Huf muss gründlich gereinigt, loses erkranktes Horn fachgerecht entfernt und die Umgebung möglichst sauber und trocken gehalten werden. Gleichzeitig sollten Hufstellung, Trachten, Bewegung und Haltungsbedingungen überprüft werden.

Zeigt Ihr Pferd Schmerzen oder Blutungen ist eine tierärztliche Untersuchung notwendig. Auch hartnäckige und wiederkehrende Strahlfäule sollte nicht dauerhaft in Eigenregie behandelt werden. Mit einer passenden Kombination aus tierärztlicher Begleitung, professioneller Hufbearbeitung und konsequenter Pflege sind die Heilungsaussichten in den meisten Fällen gut.

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