Das Wichtigste auf einen Blick
Die Hyperlipidämie ist eine ernst zu nehmende akute Erkrankung des Fettstoffwechsels. Die Ursache hierfür ist eine energetische Unterbilanz: es wird mehr Energie verbraucht als durch Futter aufgenommen. Der Körper mobilisiert dann seine Energiereserven – also sein Fett – welches vermehrt in das Blut freigesetzt wird. Dieses zum Ausgleich der negativen Energiebilanz in das Blut freigesetzte Fett wird dann in der Leber zu Energie umgewandelt. Wenn die Kapazität der Leber, diese Fettmengen in Energie umzuwandeln, überschritten wurde, steigt der Fettgehalt im Blut stark an und die Funktion der Leber kann beeinträchtigt werden – es kommt im schlimmsten Fall zu einer Verfettung der Leber.
Besonders betroffen sind übergewichtige Ponys, Esel und Kleinpferde sowie trächtige oder säugende Stuten – insbesondere dann, wenn sie plötzlich weniger oder gar nichts mehr fressen. Am wichtigsten ist es, die Ursache für die unzureichende Futteraufnahme zu finden und zu behandeln, um diese lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung zu vermeiden.
Wenn es doch einmal dazu kommt, dass ein Pferd die Futteraufnahme verweigert oder deutlich weniger frisst, sollte direkt auf Ursachensuche gegangen werden. Wenn die Fette – die sogenannten Triglyceride – im Blut steigen, kann nämlich ein negativer Kreislauf in Gang kommen, da dies den Appetit der betroffenen Tiere weiter reduziert.
Daher sollte auch eine Diät langsam und kontrolliert erfolgen, um diese Komplikationen vorzubeugen. Bekommt ein übergewichtiges Pferd oder ein Esel plötzlich deutlich weniger Futter, kann eine sogenannte negative Energiebilanz entstehen. Dadurch steigt das Risiko für eine Hyperlipidämie.
Ein verlässlicher Nachweis gelingt nur über eine Blutuntersuchung, bei der sich das Serum durch den hohen Fettgehalt milchig-trüb zeigt und die Triglyceride ansteigen. Wird die Hyperlipidämie rechtzeitig erkannt und behandelt, lässt sich der gefährliche Kreislauf durchbrechen, deshalb ist schnelles Handeln bei erkrankten Tieren entscheidend.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Hyperlipidämie beim Pferd entsteht, welche Tiere besonders gefährdet sind, an welchen Anzeichen Sie sie erkennen und wie Sie Ihr Pferd wirksam schützen.
Finden Sie jetzt Ihre Klinik in Ihrer Nähe!
Was ist eine Hyperlipidämie – und warum ist sie so gefährlich?
Der Begriff Hyperlipidämie bezeichnet eine stark erhöhte Konzentration von Fetten (Lipiden) im Blut. Um zu verstehen, warum das so bedrohlich ist, hilft ein Blick auf den Stoffwechsel: Wenn ein Pferd nicht genug Energie über das Futter aufnimmt, greift der Körper auf seine Fettreserven zurück, vor allem wenn viele Fettreserven vorhanden sind. Diese Fette werden ins Blut abgegeben und sollen in der Leber zu nutzbarer Energie umgebaut werden.
Bei gefährdeten Pferden gerät dieser eigentlich sinnvolle Notfallmechanismus außer Kontrolle. Der Körper schüttet mehr Fett aus, als die Leber verarbeiten kann. Die Folge ist ein Teufelskreis: Die überschüssigen Fette lagern sich in der Leber ab und beeinträchtigen deren Funktion. Eine geschädigte Leber wiederum kann die Fette noch schlechter verarbeiten – und der Körper reagiert mit noch stärkerer Fettfreisetzung. Ohne Behandlung kann diese Stoffwechselkrise zu Leberversagen bis hin zum Verlust des Pferdes führen.
Was als kleine Fressunlust beginnt, kann sich innerhalb kurzer Zeit zu einer ernsten Erkrankung entwickeln.
Sie sind unsicher, ob Ihr Pferd gefährdet ist? Die Tierärzte der Altano-Kliniken schätzen das Risiko ein und beraten Sie. Finden Sie jetzt eine Klinik in Ihrer Nähe.
Welche Pferde besonders gefährdet sind
Eine Hyperlipidämie trifft nicht jedes Pferd gleichermaßen. Bestimmte Gruppen tragen ein deutlich höheres Risiko. Der wichtigste Risikofaktor ist Übergewicht – denn je mehr Fettreserven vorhanden sind, desto mehr Fett kann im Ernstfall ins Blut gelangen.
Zu den besonders gefährdeten Pferden zählen:
- Ponys und Kleinpferde: Rassen wie Shetlandponys neigen von Natur aus zu einem sparsamen Stoffwechsel und setzen leicht Fett an
- Esel und Maultiere: Sie reagieren besonders empfindlich und zeigen Krankheitszeichen oft erst spät – ein Esel der plötzlich nichts mehr frisst ist immer ein Notfall
- Übergewichtige Pferde: Ein zu hoher Körperfettanteil ist der zentrale Risikofaktor
- Trächtige und säugende Stuten: In diesen Phasen ist der Energiebedarf stark erhöht, was den Stoffwechsel unter Druck setzt
- Pferde mit Stoffwechselerkrankungen: Tiere mit einer bestehenden Stoffwechselerkrankung sind zusätzlich gefährdet
Häufig besteht ein enger Zusammenhang mit anderen Erkrankungen des Stoffwechsels. Pferde, die zu Übergewicht neigen, sind oft auch von Störungen des Insulin und Glucosestoffwechsels betroffen, wie sie beim Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) auftreten. Pferde mit solchen Störungen neigen zudem eher zu Hufrehe – ein weiterer Grund, das Gewicht und den Stoffwechsel im Blick zu behalten.
Ihr Pferd zählt zu einer der Risikogruppen? Bei Pferden mit erhöhtem Risiko empfiehlt sich eine tierärztliche Einschätzung, um den Gesundheitszustand zu beurteilen.
Finden Sie jetzt eine Klinik oder Praxis in Ihrer Nähe.
Was eine Hyperlipidämie auslöst
Obwohl das Krankheitsgeschehen schwerwiegend sein kann, beginnt es häufig mit einer zunächst unscheinbaren Veränderung. Der zentrale Auslöser ist meist eine negative Energiebilanz: Das Pferd nimmt plötzlich weniger Energie auf, als es verbraucht. Um den Energiebedarf weiterhin zu decken, mobilisiert der Körper eigene Fettreserven
Typische Auslöser sind:
- Eine plötzliche Futterverweigerung, etwa durch Zahnprobleme, Schmerzen oder eine andere Grunderkrankung
- Stress durch einen Stall- oder Herdenwechsel, Transport oder Trennung von Artgenossen
- Fieberhafte Infekte oder Erkrankungen, die den Appetit dämpfen
- Ein zu abrupter Futterentzug – zum Beispiel bei einer radikalen Diät zur Gewichtsreduktion
- Koliken oder andere Erkrankungen, die mit Fressunlust oder medizinisch nötigem Futterentzug einhergehen
Ihr Pony oder Pferd frisst plötzlich nicht mehr und wirkt matt? Bei gefährdeten Tieren sollte dies abgeklärt werden – die tierärztlichen Teams der Altano-Kliniken helfen Ihnen bei der Einschätzung. Finden Sie jetzt eine Klinik in Ihrer Nähe.
Symptome erkennen: Woran Sie eine Hyperlipidämie beim Pferd bemerken
Die Herausforderung bei dieser Erkrankung: Die ersten Anzeichen sind häufig unspezifisch und werden daher nicht immer sofort erkannt. Ein Pferd, das schlapp wirkt oder weniger frisst, kann viele verschiedene Ursachen haben. Umso wichtiger ist es, bei Risikopferden besonders aufmerksam zu sein und Veränderungen frühzeitig abzuklären.
Auf diese Anzeichen sollten Sie achten:
- Fressunlust bis Futterverweigerung: Das Pferd verliert das Interesse am Futter oder frisst deutlich weniger als gewohnt
- Mattigkeit und Apathie: Es wirkt teilnahmslos, zieht sich zurück und reagiert weniger auf seine Umgebung
Ein verlässlicher Nachweis gelingt nur über eine Blutuntersuchung. Dabei zeigt sich das für die Erkrankung typische Bild: Das Blutserum ist durch den hohen Fettgehalt milchig-trüb verfärbt und die Triglyceride sind deutlich erhöht. Anhand der Blutwerte kann das tierärztliche Team auch beurteilen, wie stark die Leber bereits betroffen ist. Wo Sie eine solche Untersuchung durchführen lassen können, zeigt Ihnen die Übersicht unserer Altano-Kliniken.

Ihr Pferd frisst nicht mehr und wirkt teilnahmslos? Warten Sie bei gefährdeten Tieren nicht ab – lassen Sie die Blutwerte rasch kontrollieren. Finden Sie jetzt eine Klinik in Ihrer Nähe.
Behandlung: Warum schnelles Handeln entscheidend ist
Die Behandlung einer Hyperlipidämie beim Pferd gehört immer in tierärztliche Hände – und zwar so früh wie möglich. Das oberste Ziel ist es, den gefährlichen Kreislauf aus Fettfreisetzung und Leberschädigung zu durchbrechen. Dazu muss der Körper wieder ausreichend mit Energie versorgt werden, damit er aufhört, seine Fettreserven anzugreifen.
In der Praxis umfasst die Therapie mehrere Bausteine, die aufeinander abgestimmt werden. Zentral ist die Sicherstellung der Energiezufuhr – wenn das Pferd nicht von selbst frisst, geschieht dies über eine Magensonde oder über Infusionen mit Nährlösungen. Begleitend kann es nötig werden, Glucose zu infundieren und Insulin zu injizieren. Ebenso wichtig ist die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache: Solange der eigentliche Auslöser – etwa eine schmerzhafte Zahnerkrankung oder eine Kolik – nicht behandelt ist, kommt der Stoffwechsel nicht zur Ruhe.
Weil eine Hyperlipidämie schnell fortschreitet und eine engmaschige Überwachung sowie intensive Betreuung erfordert, ist in vielen Fällen eine stationäre Behandlung in einer Klinik notwendig. Dort kann der Zustand rund um die Uhr kontrolliert und die Therapie flexibel angepasst werden.
Ihr Pferd zeigt Anzeichen einer Stoffwechselkrise und benötigt intensive Betreuung? Die Altano-Kliniken verfügen über die Ausstattung und das erfahrene tierärztliche Team für die stationäre Versorgung solcher Notfälle. Finden Sie jetzt eine Klinik oder Praxis in Ihrer Nähe.
Vorbeugen: So schützen Sie Ihr Pferd
Die gute Nachricht ist: Eine Hyperlipidämie lässt sich in den meisten Fällen verhindern. Der Schlüssel liegt in einem guten Management, das die bekannten Risikofaktoren gezielt entschärft. Im Mittelpunkt steht dabei das Körpergewicht, ein normalgewichtiges Pferd trägt ein deutlich geringeres Risiko.
Diese Maßnahmen helfen, einer Stoffwechselkrise vorzubeugen:
- Gewicht im Blick behalten: Vermeiden Sie Übergewicht durch eine bedarfsgerechte Fütterung und regelmäßige Bewegung
- Behutsam abspecken: Eine Diät bei übergewichtigen Ponys sollte langsam und tierärztlich begleitet erfolgen – niemals durch radikalen Futterentzug
- Fütterung nie abrupt umstellen: Futterwechsel und Rationsänderungen immer schrittweise vornehmen
- Fresslust überwachen: Beobachten Sie besonders bei Risikotieren, ob Ihr Pferd zuverlässig frisst und reagieren Sie früh, wenn es das nicht tut
- Grunderkrankungen managen: Halten Sie bekannte Stoffwechselerkrankungen konsequent unter tierärztlicher Kontrolle
Besonders bei Ponys, Eseln und Pferden, die zu Übergewicht neigen, lohnt sich ein wachsames Auge. Wer die Fresslust seines Tieres kennt, bemerkt frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt und kann handeln, bevor aus einer Fressunlust eine ernste Erkrankung wird.
Sie möchten einen Plan zur sicheren Gewichtsreduktion für Ihr Pony oder Pferd? Die Tierärzte der Altano-Kliniken begleiten Sie dabei, ohne eine Stoffwechselkrise zu riskieren. Finden Sie jetzt eine Klinik oder Praxis in Ihrer Nähe.
Fazit: Eine stille Gefahr, die man kennen sollte
Die Hyperlipidämie ist eine unterschätzte, aber sehr ernste Stoffwechselerkrankung, die aus einer scheinbar harmlosen Fressunlust entstehen kann, vor allem bei übergewichtigen Ponys, Eseln und Kleinpferden.
Behalten Sie das Gewicht Ihres Pferdes im Blick, denn Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor. Nehmen Sie plötzliche Fressunlust und Mattigkeit bei gefährdeten Tieren immer ernst und warten Sie nicht ab. Verzichten Sie auf radikale Diäten und stellen Sie die Fütterung stets langsam um. Und handeln Sie im Ernstfall sofort, denn eine beginnende Hyperlipidämie ist ein Notfall, bei dem jede Stunde zählt.
Mit dem Wissen um die Risiken, einem umsichtigen Management und schnellem Handeln im Bedarfsfall können Sie Ihr Pferd wirksam schützen.
Sie möchten das Risiko für Ihr Pferd einschätzen lassen? Finden Sie jetzt eine Altano-Klinik in Ihrer Nähe!
Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir in unseren Texten überwiegend das generische Maskulinum. Selbstverständlich beziehen sich alle Personenbezeichnungen gleichermaßen auf alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform dient ausschließlich der besseren Verständlichkeit und ist wertfrei zu verstehen.




