Sarkoide beim Pferd behandeln: Die neue TSE-Methode im Überblick

30. Juli 2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Equine Sarkoide sind die häufigsten Hauttumore beim Pferd
  • Besonders herausfordernd ist eine Behandlung, wenn sie an empfindlichen Stellen wie z.B. den Augen oder Ohren auftreten
  • Mit der Tumour Specific Electroporation (TSE) steht eine neue, minimalinvasive Behandlungsmethode zur Verfügung, die gezielt auf Tumorzellen wirkt und gesundes Gewebe schont
  • Die TSE kombiniert ein Chemotherapeutikum mit elektrischen Impulsen und kann meist am stehend sedierten Patienten durchgeführt werden, ohne Vollnarkose
  • Die Methode eignet sich besonders für Fälle, bei denen eine Operation nicht möglich oder risikoreich ist, und erzielt gute Erfolge: Tumore schrumpfen oder verschwinden vollständig
  • Das Tierärztliche Kompetenzzentrum Karthaus  bietet die TSE-Behandlung bereits an 

Wer ein Pferd mit Sarkoiden kennt, weiß, wie herausfordernd die Behandlung sein kann, besonders wenn die Tumore an empfindlichen Stellen sitzen oder eine Operation mit Risiken verbunden ist. Mit der sogenannten Tumour Specific Electroporation, kurz TSE, steht nun eine moderne Therapieoption zur Verfügung, die neue Möglichkeiten eröffnet. Unsere Partnerklinik, das Tierärztliche Kompetenzzentrum Karthaus in Dülmen, in der Nähe von Münster, setzt diese Methode bereits erfolgreich ein und erzielt damit beeindruckende Ergebnisse.

Was ist ein Equines Sarkoid?

Equine Sarkoide sind die häufigsten Hauttumore beim Pferd. Sie metastasieren nicht, können jedoch lokal sehr aggressiv wachsen und, je nach Lage, die Lebensqualität des Tieres erheblich beeinträchtigen. Besonders herausfordernd wird es, wenn Sarkoide in der Nähe von Augen, Ohren oder anderen empfindlichen Strukturen auftreten, wo eine chirurgische Entfernung schwierig oder risikoreich ist.
Genau hier setzt die TSE-Behandlung an, eine Methode, die speziell für solche Fälle neue Möglichkeiten schafft.

Was steckt hinter der TSE-Methode?

Die Tumour Specific Electroporation (TSE) kombiniert ein gezielt eingesetztes Chemotherapeutikum mit elektrischen Impulsen und das mit einem klaren Ziel: Das Medikament soll so effektiv wie möglich direkt in die Tumorzellen gelangen, während gesundes Gewebe so wenig wie möglich belastet wird.

Das Verfahren läuft in drei Schritten ab:

  1. Injektion des Medikaments direkt in das Tumorgewebe
  2. Gezielte Elektroporation – spezielle Elektroden erzeugen kurze elektrische Impulse, die die Zellwände der Tumorzellen kurzzeitig öffnen
  3. Verstärkte Wirkstoffaufnahme – durch die geöffneten Zellwände kann das Chemotherapeutikum tief in die Tumorzellen eindringen und seine Wirkung gezielt entfalten

Ein besonderer Vorteil: Das Gerät passt die Impulsstärke automatisch dem Gewebewiderstand an. So soll gesundes Gewebe gezielt geschont werden.

Wann kommt die TSE-Behandlung beim Pferd in Frage?

Die TSE eignet sich besonders für Sarkoide und andere Hauttumore, bei denen eine konventionelle chirurgische Entfernung nicht möglich oder mit erhöhtem Risiko verbunden ist, zum Beispiel wenn der Tumor sich in der Nähe des Auges oder am Ohr befindet.

Zudem kann die TSE mit konventionellen Methosen wie chirurgischer Entfernung, Laserchirurgie und topischer Therapie ergänzt werden, um den Erfolg zu maximieren und das Rezidivrisiko zu senken.

Dabei ist die Methode minimalinvasiv: In vielen Fällen kann die Behandlung am stehend sedierten Patienten durchgeführt werden, was den Eingriff deutlich schonender macht als eine Vollnarkose. Je nach Größe des Tumors können mehrere Behandlungen im Abstand von wenigen Wochen nötig sein, mit dem Ziel, dass die Tumore schrumpfen oder vollständig verschwinden.

Ein konkretes Beispiel aus dem Klinikalltag zeigt, was die TSE leisten kann:

Aus der Praxis der Tierklinik Karthaus: Ein equines Sarkoid am linken Ohrgrund verschwand nach nur zwei TSE-Behandlungen am stehenden, sedierten Patienten vollständig.

Sie haben ähnliche Veränderungen bei Ihrem Pferd festgestellt? Kontaktieren Sie die Tierklinik Karthaus direkt. Das Team berät Sie gerne zu Ihrem konkreten Fall.

Die Vorteile der TSE im Überblick

Zusammengefasst bietet die TSE-Behandlung beim Pferd folgende Vorteile:

  • Minimalinvasiv und gewebeschonend
  • Meist ohne Vollnarkose durchführbar
  • Verringertes Risiko eines Rückfalls (Rezidiv)
  • Gute Erfolgsaussichten – auch bei schwer zugänglichen Tumoren

Wo diese Behandlung verfügbar ist und wie Sie Ihr Pferd dort vorstellen können, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Wo wird die TSE-Behandlung angeboten?

Die Tierklinik Karthaus – eine unserer Partnerkliniken in der Altano-Gruppe – bietet die TSE-Behandlung bereits an. Dr. Scharmann steht für individuelle Anfragen zur Verfügung und beantwortet auch Fragen zu konkreten Fällen. Bilder können direkt per E-Mail eingereicht werden: dr.scharmann@tierklinik-karthaus.de

Fazit

Die TSE-Behandlung ist eine vielversprechende Ergänzung zu den bestehenden Möglichkeiten, Sarkoide beim Pferd zu behandeln – besonders für Fälle, bei denen bisherige Methoden an ihre Grenzen stoßen. Durch die gezielte Kombination aus Chemotherapeutikum und Elektroporation lassen sich Tumore effektiv behandeln, ohne das umliegende Gewebe unnötig zu belasten. Wenn Sie vermuten, dass Ihr Pferd Sarkoide oder andere Hautveränderungen entwickelt, empfehlen wir, frühzeitig tierärztlichen Rat einzuholen.

Für eine Einschätzung oder Beratung können Sie sich direkt an die Tierklinik Karthaus wenden – oder Sie suchen eine Altano-Partnerklinik in Ihrer Nähe.

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