Angelaufene Beine im Winter: Wann Schwellungen gefährlich werden

12. Jan. 2026

Wenn die kalte Jahreszeit beginnt, kennen viele Pferdehalter die Situation nur zu gut: Das Pferd steht morgens in der Box, und die Beine wirken ungewohnt dick.

Angelaufene Beine sind im Winter und Herbst besonders häufig – doch wann handelt es sich um eine harmlose Stauung und wann steckt eine behandlungsbedürftige Krankheit dahinter? In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie unterschiedliche Ursachen für Schwellungen erkennen, welche Maßnahmen wirklich helfen und wann Sie unbedingt den Tierarzt hinzuziehen sollten.

Was bedeutet es, wenn das Pferd angelaufene Beine hat?

Wenn Ihr Pferd angelaufene Beine zeigt, haben sich Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe gebildet. Medizinisch spricht man von Ödemen. Besonders häufig sind die Hinterbeine oder Gliedmaßen betroffen, da hier die Lymphdrainage aufgrund der Schwerkraft und anatomischer Gegebenheiten erschwert ist. Das Lymphgefäßsystem ist für den Abtransport von Flüssigkeit aus dem Gewebe verantwortlich. Wenn dieser Prozess nicht optimal funktioniert, sammelt sich Lymphflüssigkeit im Bindegewebe an.

Warum treten dicke Beine beim Pferd besonders im Winter auf?

In der kalten Jahreszeit wirken mehrere Faktoren zusammen, die Schwellungen an den Beinen begünstigen. Vor allem der Bewegungsmangel spielt eine zentrale Rolle: Weniger Zeit auf der Wiese und mehr Stunden im Stall oder in der Box führen dazu, dass die natürliche Muskelpumpe nicht ausreichend aktiviert wird. Die Folge: Flüssigkeit staut sich in den Gliedmaßen, und die Beine wirken oft dick und schwer.

Die Kälte führt zudem zu einer schlechteren Durchblutung der Gefäße und beeinträchtigt den gesamten Kreislauf. Längere Stehzeiten in der Box ohne ausreichende Bewegung verlangsamen den Transport von Lymphe durch die Lymphbahnen. Matschige Paddocks und nasse Bedingungen auf der Weide oder Koppel belasten die Hautbarriere und erhöhen das Risiko für Infektionen durch Bakterien. Ältere Pferde haben im Winter oft einen verlangsamten Stoffwechsel, was die Bildung von Ödemen zusätzlich begünstigt.

Die gute Nachricht: Viele angelaufene Beine sind harmlos und lassen sich durch einfache Maßnahmen beheben. Dennoch ist es wichtig, ernstzunehmende Ursachen nicht zu übersehen.

Harmlose oder bedenkliche Schwellung? So erkennen Sie den Unterschied

Die Kunst besteht darin, zwischen physiologischen Stauungen und pathologischen Ödemen beim Pferd zu unterscheiden. Diese Checkliste hilft Ihnen bei der Einschätzung und gibt Ihnen einen klaren Hinweis darauf, wie Sie die Situation beurteilen können:

Merkmale harmloser, angelaufener Beine:

Die Schwellung tritt nach längeren Stehzeiten auf, besonders morgens nach der Nacht. Beide Hinterbeine sind meist gleichmäßig betroffen. Die Beine fühlen sich kühl an, zeigen keine erhöhte Temperatur. In der Regel bildet sich die Schwellung nach etwa 20 bis 30 Minuten Bewegung deutlich zurück. Das Pferd zeigt keine Lahmheit und läuft sich schnell „warm“. Es gibt keine Druckempfindlichkeit oder Schmerzreaktion. Abgesehen von den geschwollenen Beinen zeigt das Pferd keinerlei Einschränkungen im Allgemeinbefinden. In der Regel handelt es sich um einen vorübergehenden Umstand, der sich durch Aktivität verbessert.

Alarmsignale für behandlungsbedürftige Schwellungen:

Nur ein Bein ist betroffen oder die Schwellung ist einseitig deutlich stärker ausgeprägt. Das Bein fühlt sich warm oder sogar heiß an. Die Schwellung geht trotz Bewegung nicht zurück oder wird sogar schlimmer. Das Pferd zeigt Lahmheit oder Schmerzanzeichen. Zusätzliche Symptome wie Fieber, Appetitlosigkeit oder Erschöpfung treten auf. Aufgrund des dichten Fells sind Hautveränderungen oft schwer zu erkennen. Hinweise ergeben sich meist durch ertastete Spannungen, Veränderungen im Fell oder die Reaktion des Pferdes. Die Schwellung entwickelt sich plötzlich und sehr ausgeprägt. Diese Anzeichen können auf ernsthafte Probleme im Lymphgefäßsystem, Gefäßsystem oder auf Infektionen hinweisen.

Sie sind unsicher, ob die Schwellung harmlos ist? Die Spezialisten in den Altano-Kliniken helfen Ihnen bei der richtigen Einschätzung. Finden Sie jetzt eine Klinik in Ihrer Nähe.

Die häufigsten Ursachen für dicke Beine beim Pferd

Um die richtige Behandlung oder Therapie zu wählen, müssen Sie zunächst die Ursachen kennen. Hier die wichtigsten Auslöser, wenn Pferde angelaufene Beine haben:

1. Bewegungsmangel und Lymphstau beim Pferd

Die häufigste Ursache, besonders im Winter und Herbst. Durch langes Stehen im Stall verlangsamt sich der Lymphfluss, Flüssigkeit sammelt sich im Gewebe an. Diese Form von Lymphstau ist in der Regel harmlos und reagiert gut auf Bewegung. Die Lymphknoten arbeiten dabei weniger effizient, und der Abtransport über die Lymphbahnen ist reduziert. Im Frühstadium lässt sich dieses Problem noch sehr einfach beheben.

2. Herz-Kreislauf-Probleme

Bei älteren Pferden können Herzinsuffizienz oder Kreislauf-Probleme zu chronischen Ödemen führen. Typisch sind beidseitige Schwellungen, die auch bei Bewegung nicht vollständig verschwinden. Zusätzliche Symptome wie erhöhte Atemfrequenz in Ruhe oder schnelle Ermüdung können auftreten. Der Körper kann die Flüssigkeit nicht mehr ausreichend transportieren, was zu generalisierten Ödemen führen kann. Eine Schwäche des Herzens beeinträchtigt die gesamte Durchblutung.

3. Eiweißmangel und Lebererkrankungen

Wenn das Pferd nicht genug Eiweiß über die Nahrung erhält oder die Leber nicht richtig arbeitet, kann der Körper zu wenig Albumin bilden. Dieses Eiweiß ist wichtig, um Flüssigkeit im Gewebe zu regulieren – fehlt es, kommt es leichter zu Schwellungen. In solchen Fällen ist eine Anpassung des Futters notwendig. Die Zellen benötigen ausreichend Proteine, um den osmotischen Druck aufrechtzuerhalten.

4. Nierenerkrankungen

Auch Probleme mit den Nieren können zu Flüssigkeitseinlagerungen führen. Betroffene Pferde zeigen oft zusätzliche Symptome wie vermehrtes Trinken oder verändertes Urinieren. Die Nieren spielen eine zentrale Rolle bei der Regulation des Flüssigkeitshaushalts.

5. Lokale Entzündungen oder Verletzungen

Kleine Verletzungen, Mauke oder beginnende Infektionen können zu einseitigen Schwellungen führen. Hier ist besondere Vorsicht geboten, da sich ernsthafte bakterielle Infektionen entwickeln können. Eine frühe Behandlung ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden.

6. Chronische Lymphödeme

Nach wiederholten Entzündungen oder Verletzungen können dauerhafte Veränderungen im Lymphsystem zurückbleiben. Dies führt zu chronisch verdickten Beinen, bei denen die Lymphgefäße dauerhaft geschädigt sind. Ein chronisches Lymphödem ist in vielen Fällen nicht mehr vollständig heilbar, kann aber durch gezielte Therapie verbessert werden. 

Sofortmaßnahmen bei angelaufenen Beinen

Wenn Sie morgens feststellen, dass Ihr Pferd dicke Beine hat, können Sie mit diesen Maßnahmen sofort reagieren und Ihrem Pferd Hilfe bieten:

Bewegung – die wichtigste Sofortmaßnahme:

Führen Sie Ihr Pferd mindestens 15 bis 20 Minuten im Schritt. Die Muskelpumpe in den Beinen aktiviert den Lymphfluss und transportiert die Flüssigkeit ab. Bei harmlosen Stauungen sollte die Schwellung nach dieser Zeit deutlich zurückgegangen sein. Bewegung fördert den gesamten Kreislauf und unterstützt den natürlichen Abtransport über die Lymphbahnen.

Kalte Umschläge:

Kühlen Sie die Beine mit kaltem Wasser oder feuchten Tüchern. Die Kälte zieht die Gefäße zusammen und reduziert die Flüssigkeitsansammlung. 

Sanfte Massage:

Falls möglich und vom Pferd toleriert, können Sie die Beine vorsichtig massieren – immer von unten nach oben, um den Lymphfluss zu unterstützen. Durch sanften Druck auf das Bindegewebe wird der Transport der Lymphe angeregt.

Überprüfen Sie die Haltungsbedingungen:

Ist der Stall trocken und sauber? Hat das Pferd ausreichend Bewegungsmöglichkeiten auf der Weide oder Koppel? Gibt es Verletzungen oder Hautprobleme, die behandelt werden müssen? All diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Beine.

Wann sollten Sie den Tierarzt rufen?

Bei folgenden Situationen sollten Sie nicht zögern und tierärztlichen Rat einholen:

Die Schwellung geht trotz ausreichender Bewegung nicht zurück. Das Bein fühlt sich warm an oder das Pferd zeigt erhöhte Temperatur. Ihr Pferd lahmt oder zeigt deutliche Schmerzanzeichen. Die Schwellung tritt plötzlich und sehr ausgeprägt auf. Zusätzliche Symptome wie Appetitlosigkeit, Müdigkeit oder erhöhte Atemfrequenz treten auf. Unter dem Fell wirkt die Haut gerötet und angespannt; in manchen Fällen lassen sich sogar kleine Verletzungen oder Wunden erkennen. Ältere Pferde mit neu aufgetretenen, anhaltenden Ödemen sollten grundsätzlich untersucht werden. Auch wenn es sich scheinbar um einen harmlosen Umstand handelt, ist bei diesen Symptomen Vorsicht geboten.

Ihr Pferd zeigt anhaltende oder wiederkehrende Beinschwellungen? Die Experten der Altano Group führen eine umfassende Diagnostik durch und finden die Ursachen. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf.

Tierärztliche Diagnostik bei dicken Beinen

Wenn die angelaufenen Beine hartnäckig sind oder der Verdacht auf eine Krankheit besteht, wird Ihr Tierarzt eine systematische Untersuchung durchführen:

Klinische Allgemeinuntersuchung:

Messung von Puls, Atem und Temperatur. Abhören von Herz und Lunge, um den Zustand des Kreislaufs zu beurteilen. Beurteilung des gesamten Gesundheitszustands und des Allgemeinbefindens.

Spezifische Untersuchung der Beine:

Abtasten auf Wärme, Schmerzhaftigkeit und Konsistenz der Schwellung. Untersuchung auf Hautverletzungen oder Infektionen durch Bakterien.

Weiterführende Diagnostik:

Blutuntersuchungen zur Überprüfung von Leber- und Nierenwerten, Eiweißgehalt und Entzündungsparametern. Diese geben Aufschluss über den Zustand der inneren Organe und den Stoffwechsel. Herzultraschall bei Verdacht auf Herz-Kreislauf-Probleme. Ultraschall der Beine zur Beurteilung von Gewebe, Gefäßsystem und Lymphgefäßen. Im Vergleich zur klinischen Untersuchung liefert die Bildgebung deutlich detailliertere Informationen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Ödemen und Lymphstau

Je nach Ursache stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, wenn Pferde angelaufene Beine haben:

Bewegungstherapie:

Das A und O bei lymphatisch bedingten Schwellungen. Tägliche, kontrollierte Bewegung – mindestens 30 bis 60 Minuten. Regelmäßiges Training verbessert langfristig die Lymphdrainage beim Pferd und stärkt den gesamten Körper. Im Laufe der Zeit entwickeln sich die Lymphbahnen besser und der Abtransport funktioniert effizienter.

Manuelle Lymphdrainage:

Spezielle Massagetechniken, die von geschulten Physiotherapeuten durchgeführt werden. Die sanften, kreisenden Bewegungen fördern den Abtransport der Flüssigkeit und helfen effektiv bei Lymphstau. Diese Therapie unterstützt den Transport durch die Lymphgefäße.

Medikamentöse Behandlung:

Bei Herz-Kreislauf-Problemen können entwässernde Medikamente eingesetzt werden. Entzündungshemmende Medikamente bei Entzündungsprozessen. Behandlung der Grunderkrankung durch spezifische Medikamente für Herz, Leber oder Nieren. Die Therapie richtet sich immer nach der zugrunde liegenden Ursache.

Kompressionstherapie:

In hartnäckigen Fällen können Bandagen helfen, die Flüssigkeitsansammlung zu reduzieren. Diese müssen fachgerecht angelegt werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen. Die Kompression unterstützt den Rückfluss der Lymphe.

Fütterungsanpassung:

Bei Eiweißmangel: Optimierung der Eiweißversorgung im Futter. Bei Herz- oder Nierenproblemen: Anpassung der Natrium- und Wasseraufnahme nach tierärztlicher Anweisung. Eine ausgewogene Fütterung unterstützt den Stoffwechsel und die Gesundheit des gesamten Körpers.

Sie möchten ein individuelles Bewegungs- und Präventionsprogramm für Ihr Pferd? Die Physiotherapeuten und Tierärzte der Altano Group beraten Sie gerne. Vereinbaren Sie einen Termin!

Präventionsmaßnahmen: So beugen Sie vor

Besonders im Winter und Herbst ist Vorbeugung wichtig, damit Ihr Pferd keine angelaufenen Beine entwickelt. Mit diesen Maßnahmen halten Sie die Beine gesund:

Ausreichend Bewegung sicherstellen:

Mindestens 1 bis 2 Stunden Bewegung täglich, auch im Winter. Führmaschine, Longieren oder Ausritte – Hauptsache Bewegung. Bei reiner Boxenhaltung im Stall: Mehrmals täglich Zugang zur Koppel oder Weide ermöglichen. Die Natur bietet ideale Bedingungen für natürliche Bewegung.

Optimale Haltungsbedingungen:

Trockene, saubere Boxen im Stall mit ausreichend Einstreu. Regelmäßiger Zugang zu befestigten, trockenen Auslaufflächen. Vermeiden Sie dauerhaften Aufenthalt auf matschigen Paddocks, um Hautprobleme und bakterielle Infektionen zu vermeiden.

Fellpflege im Winter:

Halten Sie die Beine trocken und sauber. Kontrollieren Sie täglich auf kleine Verletzungen oder Fellprobleme. Behandeln Sie Mauke frühzeitig und konsequent, um Komplikationen zu vermeiden. Die Hautbarriere ist die erste Verteidigungslinie gegen Bakterien.

Regelmäßige Gesundheitschecks:

Besonders bei älteren Pferden: Jährliche Herzuntersuchung. Regelmäßige Blutkontrollen zur Früherkennung von Organ-Problemen. Gewichtskontrolle und Anpassung der Fütterung nach Bedarf. Diese Vorbeugung ist essenziell, um Probleme frühzeitig zu erkennen.

Kreislauf anregen:

Wechselduschen der Beine (warm-kalt) regen die Durchblutung an. Bürsten und sanftes Massieren fördert den Lymphfluss. Im Winter: Regelmäßige Bewegung vor dem Abkühlen, damit die Durchblutung aktiv bleibt. 

Besondere Aufmerksamkeit für ältere Pferde

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für chronische Ödeme beim Pferd. Ältere Pferde benötigen besondere Aufmerksamkeit:

Regelmäßige Herzkontrollen:

Ab einem Alter von 15 Jahren sollte das Herz jährlich untersucht werden. Achten Sie auf Anzeichen wie erhöhte Atemfrequenz in Ruhe, schnelle Ermüdung oder Husten. Diese Symptome können auf eine Herzschwäche oder andere Kreislauf-Probleme hinweisen.

Angepasste Bewegung:

Auch ältere Pferde brauchen tägliche Bewegung – aber angepasst an ihre Kondition. Lieber mehrere kurze Einheiten als eine lange, anstrengende Session. So bleiben die Lymphbahnen aktiv, ohne das Pferd zu überlasten.

Fütterungsoptimierung:

Hochwertige Eiweißquellen zur Unterstützung des Stoffwechsels. Gegebenenfalls Ergänzung mit durchblutungsfördernden Kräutern nach Rücksprache mit dem Tierarzt. Eine optimale Fütterung hilft dem Körper, im Alter gesund zu bleiben.

Engmaschiges Monitoring:

Tägliche Kontrolle der Beine, idealerweise zur gleichen Zeit. Dokumentieren Sie Veränderungen, um Muster zu erkennen. Im Laufe der Zeit entwickeln Sie ein gutes Gefühl für den Normalzustand Ihres Pferdes.

Ihr älteres Pferd benötigt eine umfassende Herz-Kreislauf-Untersuchung? Die Altano-Kliniken bieten spezialisierte Diagnostik für Seniorenpferde. Finden Sie eine Klinik in Ihrer Nähe!

Mythen und Irrtümer über angelaufene Beine

Rund um das Thema Ödeme kursieren viele Mythen. Lassen Sie uns mit einigen aufräumen:

Mythos: „Angelaufene Beine beim Pferd sind immer harmlos“

Realität: Während viele Fälle harmlos sind, können ernste Erkrankungen dahinterstecken. Eine genaue Beobachtung ist wichtig, um festzustellen, ob es sich lediglich um einen vorübergehenden Zustand handelt.

Mythos: „Bandagieren hilft gegen dicke Beine“

Realität: Falsches Bandagieren kann die Situation verschlimmern. Nur bei fachgerechter Anlage und nach tierärztlicher Anweisung sinnvoll. Im Vergleich zu professioneller Kompressionstherapie ist einfaches Bandagieren oft nicht ausreichend.

Mythos: „Zu viel Eiweiß im Futter verursacht Ödeme“

Realität: Eher das Gegenteil – Eiweißmangel kann zu Ödemen führen. Eine ausgewogene Fütterung ist entscheidend für die Gesundheit.

Mythos: „Angelaufene Beine verschwinden von selbst“

Realität: Während einfache Stauungen oft durch Bewegung verschwinden, benötigen chronische Lymphödeme eine gezielte Therapie. Wird das Problem ignoriert, kann es im Laufe der Zeit schlimmer werden. Es ist keine Seltenheit, dass unbehandelte Fälle zu dauerhaften Schäden im Lymphsystem führen.

Mythos: „Während des Fellwechsels sind Schwellungen normal“

Realität: Der Fellwechsel kann den Stoffwechsel belasten, erklärt aber nicht automatisch geschwollene Beine. Auch in dieser Phase sollten Sie die Ursachen klären und nicht einfach davon ausgehen, dass dies ein normaler Umstand ist.

Fazit: Aufmerksam beobachten und rechtzeitig handeln

Angelaufene Beine im Winter sind zwar häufig, aber nicht immer harmlos. Die wichtigsten Punkte zusammengefasst:

Unterscheiden Sie zwischen harmlosen Stauungen und behandlungsbedürftigen Ödemen – Temperatur, Schmerz und einseitige Schwellungen sind Warnsignale. Achten Sie auf alle Symptome, die auf eine ernsthafte Krankheit hinweisen könnten. Bewegung ist die beste Medizin bei lymphatisch bedingtem Lymphstau – mindestens 15 bis 20 Minuten Führen bringen oft schon Besserung. Die Aktivierung des Kreislaufs und der Lymphbahnen ist entscheidend. Lassen Sie anhaltende oder wiederkehrende Schwellungen tierärztlich abklären – besonders bei älteren Pferden können ernste Erkrankungen wie Herz-, Nieren- oder Leberprobleme dahinterstecken.

Eine umfassende Diagnostik gibt Aufschluss über den Zustand des Gefäßsystems, der Lymphknoten und der inneren Organe. Beugen Sie vor durch ausreichend Bewegung, gute Haltungsbedingungen im Stall oder auf der Weide und regelmäßige Gesundheitschecks. Berücksichtigen Sie besondere Phasen wie den Fellwechsel, in denen der Stoffwechsel zusätzlich belastet wird. Pferdebesitzer sollten wissen, dass chronische Lymphödeme keine Seltenheit sind und im Frühstadium am besten behandelbar sind.

Mit der richtigen Aufmerksamkeit und gezielten Maßnahmen kommt Ihr Pferd gut durch den Winter und Herbst – auch mit gesunden, schlanken Beinen. 

Im Laufe der Zeit entwickeln Sie ein geschultes Auge für Veränderungen und können rechtzeitig reagieren. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass Ihr Pferd ein langes, gesundes Leben führen kann. 

Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir in unseren Texten überwiegend das generische Maskulinum. Selbstverständlich beziehen sich alle Personenbezeichnungen gleichermaßen auf alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform dient ausschließlich der besseren Verständlichkeit und ist wertfrei zu verstehen.

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